
Du erfährst in diesem Beitrag, wie sich Poliergold und Glanzvergoldung auf Porzellan, Glas und Keramik unterscheiden und woran du Abrieb früh erkennst. Poliergold bleibt nach dem Brand matt und erhält seinen Glanz erst durch Polieren, Glanzvergoldung glänzt direkt nach dem Brand, reibt sich im Alltag aber deutlich schneller ab.
Was Vergolden für Teller und Tassen bedeutet
Als Vergolden bezeichnet man das Überziehen von metallischen und nichtmetallischen Gegenständen mit Gold, Goldlegierungen und anderen dekorativen Metallschichten. Das traditionelle Handwerk des Vergolders besteht im Aufbringen von Blattmetallen auf Werkstücke, im Unterschied zur Beschichtung mit Metalleffektpigmenten wie Muschelgold oder Goldbronze, die zum Handwerk des Malers gehört. Für dich als Sammler oder Erbe ist dieser Unterschied praktisch, weil Blattgold aufliegt und sich anders anfühlt als aufgemalte Pigmentschichten am Rand und auf der Fahne. Gold gilt nicht nur optisch als edel, sondern zählt auch zu den korrosionsbeständigsten Metallen. In reiner Form eignet es sich schlecht für Bauteile und Alltagsgegenstände, weil es selten und teuer ist und nur geringe Festigkeit besitzt. Darum schätzt man es seit der Antike, leicht verfügbare und alltagstaugliche Träger mit einer Goldschicht zu überziehen.
Die bedeutendste Gruppe von Werkstoffen, die sich besonders gut zum Vergolden eignen, bilden Metalle und Metalllegierungen, besonders Stahl, Edelstahl, Zink, Messing, Bronze, Kupfer, Silber und viele weitere. Bei nichtmetallischen Trägern werden etwa Porzellan, Glas, Keramik, Holz, Papier, Leder, Kunststoff und in seltenen Fällen sogar Textilien vergoldet. Dank neuester Technik in der Galvanik lassen sich inzwischen fast alle organischen und anorganischen Träger dauerhaft vergolden. Wenn du wie du Glasurfehler erkennst verstanden hast, siehst du klarer, ob ein goldener Rand auf gesundem Brand sitzt oder auf einer bereits gestörten Oberfläche.
Warum trägt Geschirr überhaupt Gold?


Historisch stehen vier Funktionen im Vordergrund, nämlich dekoratives Aussehen, werthaltiges und prestigeträchtiges Aussehen, Bedeutung für Kulthandlungen und Religion sowie Korrosionsbeständigkeit. In der Neuzeit kamen bei vergoldeten elektrischen Kontakten und Steckern ein geringer Fremdschichtwiderstand sowie Spezialeigenschaften für die Halbleitertechnik hinzu, zum Beispiel Bondbarkeit. Bei Vitrinengeschirr erklärt das, warum Gold selten nur Zierde ist. Ein Randstreifen zeigt Wert und Pflege, eine Bordüre trägt ein Muster, und eine sparsam gesetzte Linie schützt zugleich die exponierte Kante vor Angriffen aus Luft und Berührung. Goldüberzüge können aus reinem Gold bestehen, in den meisten Fällen wird jedoch eine für den jeweiligen Zweck geeignete Goldlegierung gewählt. Die Legierungen unterscheiden sich in der Farbe, genannt werden Rotgold, Gelbgold, Weißgold und Roségold, auch grüne und blaue Farbtöne sind möglich. Erreicht werden die Farbtöne durch Kupfer für Rotgold, durch Silber, Cadmium und Zink für Gelb- bis Weißgold, durch Nickel für Weißgold und durch Indium für Blaugold. Wichtiger als die Farbe sind für technische Anwendungen Härte und Verschleißbeständigkeit, verbessert vor allem durch Eisen, Kobalt und Nickel. Einen solchen Überzug nennt man Hartgold, die eingesparte Goldmenge ist dagegen vernachlässigbar.
Poliergold oder Glanzvergoldung, wo liegt der Unterschied im Alltag?
Die zwei grundsätzlichen Techniken der Vergoldung sind die mechanische und die elektrochemische Verfahrensweise. Die mechanischen Arten sind die ältesten Verfahren, dabei wurde Goldblech geplättet. Man unterscheidet Glanz- und Mattvergoldung, Polimentvergoldung, Ölvergoldung, Mordentvergoldung und Hinterglasvergoldung. Die elektrochemischen Vergoldungen entstanden mit Ausnahme der Feuervergoldung erst viel später, mit der Galvanotechnik erreichte die elektrochemische Vergoldung ihren Höhepunkt. Als Vergolderei wird ein Handwerksbetrieb bezeichnet, der sich primär mit der Veredelung von Holz-, Metall- oder Kunststoffoberflächen beschäftigt. Durch speziell präparierte Lösungen von Goldsalzen und Haftvermittlern wie Rhodiumoxid lässt sich ein metallischer Goldauftrag auf Glas und Keramik erreichen. Je nach den Parametern erscheint das Metall matt oder glänzend nach dem Brand. Das Verfahren wird in der Dentalpräparation, aber auch zum Vergolden von Keramik und Gläsern eingesetzt. Die Wikipedia-Seite zur Vergoldung nennt keine Brenntemperatur für Poliergold und Glanzvergoldung auf Porzellan.
Zum Vergolden von Porzellan benutzt man aus Goldchlorid durch Oxalsäure oder Eisen-II-sulfat gefälltes und mit basischem Bismutnitrat als Flussmittel gemischtes Gold. Es muss nach dem Aufbrennen poliert werden und heißt deswegen Poliergold. Die Glanzvergoldung, auch Glanzölvergoldung und Meißener Vergoldung genannt, liefert dagegen direkt eine glänzende Fläche. Sie wird durch Einbrennen einer Lösung von Schwefelgold oder Knallgold in Schwefelbalsam erhalten, ist aber viel weniger haltbar. Sie wird schon, wenn man sie einige Male gegen das Haupthaar führt, wie mit einer feinen Feile weggenommen. Genau hier zeigt sich der Alltag, den Techniken der Vergoldung im Überblick in den Zusammenhang der Verfahren einordnet. Poliergold verlangt Arbeit nach dem Brand und dankt mit ruhigem Glanz, Glanzvergoldung spart diesen Schritt und zahlt mit Empfindlichkeit gegen Reibung, Staub und Tuch.
Wie erkennst du Abrieb, bevor der Glanz verloren geht?
Sieh dir Ränder bei seitlichem Tageslicht an und drehe die Tasse langsam in der Hand. Bei Poliergold wirkt die Fläche geschlossen und leicht spiegelnd, bei beginnendem Abrieb erscheinen feine helle Unterbrechungen, besonders am Ausguss, am Henkelansatz und an der Fahnenkante. Bei Glanzvergoldung siehst du früher ein fleckiges Aufhellen, weil die sehr dünne Schicht dem Wischen nachgibt. Blattgold aus Malerei und Tafelmalerei hilft dir als Vergleich, denn dort liegt das Gold auf einem Untergrund, in der Buchmalerei direkt auf Pergament oder auf einem Goldgrund, bei der Tafelmalerei meistens auf einem Goldgrund. Dieser Goldgrund bei der Polimentvergoldung besteht stets aus Bolus und einem Bindemittel. In der Schmiedekunst werden seit vielen Jahrhunderten zunächst durch Schmiede, später mindestens seit der Renaissance durch spezialisierte Kunstschmiede hochwertige Arbeiten wie Gitter, Kirchenausstattungen oder Grabkreuze meist durch den Meister selbst mit Blattgold farblich akzentuiert oder ganzflächig vergoldet. Dabei kommt die wetterbeständige Ölvergoldung mit Mixtion oder Anlegeöl zum Einsatz. Für dein Geschirr heißt das schlicht, dass Glanz kein Beweis für Dicke ist. Ein sofortiger Spiegelglanz kann zur dünneren Lösung gehören, ein ruhiger, erst polierter Glanz zur tragfähigeren.
Warum gehört Golddekor nicht in die Mikrowelle?
Gegenstände mit Poliergold dürfen nicht in Mikrowellenöfen verwendet werden, da die Goldbeschichtung beschädigt wird. Der Grund liegt in der leitfähigen Schicht auf einem isolierenden Scherben, die im Mikrowellenfeld reagiert und Risse, Funkenstellen und matte Bahnen hinterlassen kann. Auch häufiges Spülen mit harten Schwämmen und starkes Reiben setzen der Schicht zu. Walzgold, auch Doublé genannt, beruht dagegen auf mechanischer Vereinigung von einem fremden Träger und Goldblech durch starken Druck. Das Verfahren wird zur Halbzeugherstellung verwendet, aus dem preiswerter Goldschmuck gefertigt wird. Die gewalzte Auflage ist unlösbar und sehr dauerhaft, ein Nachteil besteht darin, dass die Gegenstände nicht allseitig bedeckt werden. Walzgolddoublé bestimmter Stärke ist auch ein Qualitätskennzeichen. Gold filled bezeichnet ein Verfahren, bei dem eine äußere Schicht aus echtem, also massivem Gold mit einem Kern aus Messing, Kupfer oder auch Silber verbunden wird. Das Gold wird in einem speziellen Verfahren aufgewalzt und bei Schweißtemperatur dauerhaft mit dem Träger verbunden. Als französisches Vergolden bezeichnet man das Behandeln von Messing mit Lüstersud. Für Porzellan und Glas bleibt entscheidend, dass Aufbrennschichten dünn und randnah liegen und deshalb keine Scheuerpflege vertragen.
Was sagen Galvanik, Dampf und alte Anreibeverfahren über dein Stück?
Die meisten Goldüberzüge werden durch galvanotechnische Verfahren aufgebracht. Diese Methode hat viele ältere Verfahren komplett verdrängt. Die üblicherweise metallischen Gegenstände werden dabei in einen Goldelektrolyten eingetaucht, und durch das Anlegen einer elektrischen Gleichspannung scheidet sich ein Goldüberzug ab. Das erste Patent zur Abscheidung von Gold aus cyanidhaltigen Bädern wurde 1840 an George Richards Elkington und Henry Elkington erteilt. Beim galvanischen Verfahren werden Gold-I-Ionen oder Gold-III-Ionen meist aus cyanidischen Elektrolyten bei sauren, neutralen oder alkalischen pH-Werten durch Elektronenaufnahme kathodisch zu elementarem Gold reduziert. Durch Variation von Temperatur, Spannung oder Stromstärke und Elektrolysezeit lassen sich Schichtdicken von 0,1 Mikrometern bis 200 Mikrometern erzeugen. Anwendungen liegen in der Elektrotechnik zum Vergolden von elektrischen Kontakten oder bei der Oberflächenbehandlung der elektrischen Lötflächen auf Leiterplatten. Dort verhindert der Überzug das Korrodieren der Kontaktoberflächen. Im Bereich Design, Schmuck und Gerät werden galvanische Verfahren ebenfalls eingesetzt. An der Goldschmiedeschule mit Uhrmacherschule Pforzheim ist eine Ausbildung zum Meister der Galvanotechnik möglich.
In der Elektronik werden vier Arten unterschieden, nämlich Weichvergoldung in der Halbleitertechnik zum Vergolden der Anschlussflächen auf Halbleiter-Chips mit Bonddrähten aus Gold und einer Härte nach Knoop von 60 bis 85, Hartvergoldung von elektrischen Kontakten mit einer Knoop-Härte von 120 bis 300 und einer Reinheit von knapp über 99 Prozent bei geringen Anteilen Nickel oder Kobalt, Hartvergoldung von Kontakten auf Leiterplatten wie bei Platinensteckern wegen höherer mechanischer Belastung sowie Weichvergoldung der Lötflächen auf Leiterplatten zum Schutz der Kupferflächen vor Oxidation, damit beim Löten weniger aggressive Flussmittel nötig sind und nur kontaktierte Bereiche vergoldet bleiben, während der Rest durch Lötstopplack abgedeckt ist und die Goldschicht sich beim Löten im Lötzinn löst. Kupfer neigt dazu, durch die dünne Goldschicht zu diffundieren und an der Oberfläche zu oxidieren. Abhilfe schaffen mehrlagige Verfahren mit einer Nickelschicht auf dem Kupferträger vor der Vergoldung, allerdings mit schlechteren Hochfrequenzeigenschaften durch den Skineffekt. Aluminium neigt bei Kontakt mit Gold zur intermetallischen Verbindung AuAl2, die wegen der Farbe auch Purpurpest genannt wird. Die Zementation beruht darauf, dass beim Eintauchen von zum Beispiel Kupferblech in Goldchloridlösung die edleren Goldionen reduziert werden und sich auf der Kupferoberfläche abscheiden, wobei Kupfer zu Kupfer-II-Ionen oxidiert wird, nach Reinigung und schwach alkalischer Einstellung sowie einer Schicht von einigen Mikrometern erhöht Erhitzen auf 700 Grad Celsius die Haftung durch eine Diffusionszone. In einem PVD- oder CVD-Prozess wird das Metall als Golddampf niedergeschlagen. So lassen sich Kunststoffe wie CDs und andere empfindliche Träger beschichten. Anreibeverfahren gelten eher als historisch und wurden weitgehend durch Galvanotechnik verdrängt. Insbesondere Verfahren mit Quecksilber oder Amalgam sind sehr gesundheitsschädlich und stellen eine große Umweltbelastung dar. Feuervergoldung wurde bereits von den Ägyptern verwendet. Dabei wird ein Gegenstand meist aus Stahl, Buntmetall oder Silber mit Goldamalgam bedeckt und erwärmt. Das Quecksilber verdampft und reines Gold bleibt übrig. Anschließend kann die Fläche mit Blutstein, auch Hämatit, poliert werden. Für dieses Verfahren gelten strenge Auflagen nach dem Emissions- und Arbeitsschutzgesetz.
Wie bewahrst du Goldränder ohne sie zu polieren?
Behandle Gold wie eine dünne Haut auf hartem Grund und nicht wie Glasur. Spüle von Hand mit weichem Tuch und lauwarmem Wasser, lege Goldkanten nicht gegeneinander und stelle Tassen mit Abstand, damit Henkel und Ränder nicht scheuern. Trockne durch Abtupfen statt durch Kreisen und verzichte auf Scheuermittel und harte Bürsten, weil jede Politur der Glanzvergoldung Schicht kostet und auch Poliergold sich auf Dauer dünn reibt. Prüfe nach dem Trocknen im Streiflicht, ob neue helle Punkte entstehen, und ändere dann Griff und Stapel, statt fester zu reiben. Wenn du wie du Vitrinenstücke ruhig lagerst beachtest, also Licht, Staub und Klima steuerst und Stücke berührungsarm stellst, bleibt der Unterschied zwischen Poliergold und Glanzvergoldung länger lesbar. Die Wikipedia-Seite Vergolden sammelt Definitionen, Werkstoffe, Funktionen, Legierungen und Verfahren von Blattgold bis Galvanik und Aufbrennvergoldung auf Porzellan und Glas. Lies dort den Abschnitt zur keramischen Aufbrennvergoldung nach und vergleiche dein Stück in Ruhe am Fenster, bevor du es reinigst oder neu ordnest.
